vom Heilen

 

Der Himmel ist wieder blau und Bayaraa hat sich wieder beruhigt. Er erklärt und zeigt uns einige schamanische Heilrituale.

Dabei gibt es immer einen symbolischen Träger, auf den die Krankheit oder ein Problem übertragen wird. Dieser wird dann je nach Ritual entweder vergraben oder verbrannt. Das Wichtigste dabei ist, dass der Betroffene seine Krankheit oder das Problem als solches erkannt hat, und sich auch wirklich davon lösen will. Danach müssen alle Beteiligten, die Räume und die verwendeten Gegenstände sorgfältig geräuchert und, mit Wodka, gereinigt werden.


Bayaraas Frau hockt derweil vor einem kleinen Tischchen in der Wiese das mit vielen Döschen und Fläschchen beladen ist. Ich erhalte heute mein persönliches Schutzamulett. In einen kleinen dreiecksförmigen Silberanhänger werden 54 unterschiedliche Substanzen eingefüllt. Geschickt schlichtet sie allerlei Schuppen, Haare, Krallen, Kräuter, Knochen, Mineralien und Erden vorsichtig mit der Pinzette in das Amulett, auch ein paar davon von mir selbst, und verschließt es mit Zange und Sekundenkleber.

 

bei Schamanen

 

Ein neuer Schamane ist mit seiner Familie angereist. Eine eindrucksvolle Erscheinung. Er ist Burjate und gehört zu einer mongolischen Volksgruppe in Sibirien. Obwohl er dort bereits zum Schamanen ausgebildet worden war kommt er nun auch zu Dr. Bayaraa in die Lehre. Die Ausbildung zum Schamanen dauert in der Mongolei mindestens sechs Jahre. Bayaraas Schülerinnen und Schüler müssen eine harte Lehre durchlaufen, in Askese leben, einsame und teils gefährliche Prüfungen bestehen. Bayaraa erzählt dass seine Schüler nicht verstünden, warum er den verweichlichten Möchte-gern-Schamanen aus Europa so viel Zeit widmen würde, und Geduld, die er für sie nicht hätte. Auch bekämen wir so schnell umfangreiche Informationen über schamanisches Geheimwissen, auf die seine Schüler selbst lange warten müssten und würden das nicht einmal zu schätzen wissen.  

Oh doch! Ich weiß das zu schätzen und bin so dankbar hier sein zu dürfen! In einem der wenigen verbliebenen Länder, das der Mensch noch nicht seiner Gestaltungswut unterworfen und ausgebeutet hat. Hier ist die Natur noch heil und ursprünglich, was ich atmen und spüren kann.

Auch die Menschen hier sind so archaisch ursprünglich, tief verwurzelt in die Natur, in ihr Land  und ihre Riten. Scheinbar noch so unverdorben von unserer „hochzivilisierten“ westlichen Welt. Autos, Coca Cola und Mobiltelefone werden auf natürliche Weise in das traditionelle Leben integriert…so habe ich es zumindest empfunden. Die Natur, und besonders der Wechsel der Jahreszeiten bestimmen das Leben, nicht Doktrin und Weltanschauung.

Obwohl an diesem Ort alles in Ordnung scheint weiß Bayaraa um das Leiden und die Probleme in der Welt, und dass es viel Heilenergie bedarf um die Wunden auf unserem Planeten zu heilen. Und deshalb brauche es viele Heiler überall auf der Welt um den Heilungsprozess zu unterstützen.

 

bei Schamanen

 

das Schamanenlied  

 

 

 

 

 

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